Firmenkonto & Zahlungsverkehr

Ein Firmenkonto in Liechtenstein eröffnen Sie bei einer Bank im Fürstentum oder bei einem Schweizer Institut, nachdem Sie Handelsregisterauszug, Statuten und Angaben zu den wirtschaftlich Berechtigten eingereicht haben. Die Bank prüft Sorgfaltspflichten. Danach laufen Zahlungen in CHF und EUR über QR-Rechnung und SEPA.

Kontoeröffnung: Unterlagen und Ablauf

Für ein Geschäftskonto verlangt die Bank in der Regel einen aktuellen Handelsregisterauszug, die Statuten, Ausweise der zeichnungsberechtigten Personen und der wirtschaftlich Berechtigten sowie eine Beschreibung der Geschäftstätigkeit. Je nach Institut kommen Businessplan, Vertragsbeispiele oder Angaben zu erwarteten Zahlungsflüssen hinzu. Je vollständiger die Mappe, desto kürzer die Bearbeitung.

Die Bank handelt dabei auf der Grundlage der Sorgfaltspflichten, die im Sorgfaltspflichtgesetz verankert sind. Sie muss ihre Kunden und deren Hintergrund kennen und prüft Herkunft der Mittel, Branche und Länderbezug. Nicht jedes Institut nimmt jede Branche oder jedes Herkunftsland auf. Wer abgelehnt wird, sollte daher mehrere Banken im Fürstentum und in der Nachbarschaft anfragen.

Planen Sie für die Eröffnung genügend Zeit ein, vor allem wenn die Gesellschaft ausländische Eigentümer hat. Das Kapitalkonto für die Gründung ist ein eigener Schritt und ersetzt das spätere Geschäftskonto nicht. Fragen Sie die Bank gleich, welche Kontomodelle, E-Banking-Funktionen und Gebühren für Ihr Geschäft in Frage kommen.

Gründer sollten ausserdem prüfen, ob die Bank Online-Identifikation anbietet oder ein persönlicher Termin nötig ist. Bei ausländischen Eigentümern kann ein Termin per Video oder die Beglaubigung von Ausweiskopien verlangt werden.

Währungen, SEPA und Schweizer Zahlungsstandards

Das Land hat den Schweizer Franken als gesetzliches Zahlungsmittel und ist zugleich im EWR eingebunden. Banken bieten daher Konten in CHF und EUR an und nehmen am SEPA-Zahlungsverkehr teil. Euro-Überweisungen innerhalb des SEPA-Raums sind günstig und schnell, Zahlungen in andere Währungen oder an Länder ausserhalb des Raums kosten mehr und dauern länger.

Im Inland und im Verkehr mit der Schweiz hat sich die QR-Rechnung als Standard etabliert. Sie enthält einen QR-Code mit Betrag, Empfänger und Referenz, den die Bank beim Bezahlen liest. Die Referenz erleichtert dem Empfänger die Zuordnung. Für strukturierte Referenzen werden QR-IBAN und QR-Referenz benötigt, die Ihre Bank ausstellt.

Für Kunden in der EU bleibt die SEPA-Überweisung mit IBAN und Verwendungszweck der Normalfall. Geben Sie auf Rechnungen beide Bankverbindungen an, wenn Sie in beiden Währungen Zahlungen erhalten, und kennzeichnen Sie klar, welche Währung zu welcher IBAN gehört. So sinken Rückfragen und Fehlüberweisungen.

Zahlungseingänge zuordnen und abstimmen

Sobald das Geschäft wächst, wird der manuelle Abgleich zwischen Kontoauszug und offenen Rechnungen zur Last. Ein eindeutiger Verwendungszweck und eine Rechnungsnummer als Referenz sind die einfachste Hilfe. Prüfen Sie wöchentlich, welche Rechnungen bezahlt sind, und markieren Sie die offenen Posten, statt am Monatsende alles auf einmal zu bearbeiten.

Die QR-Referenz stellt Ihre Bank aus, und der Kontoauszug in einem Standardformat lässt sich in Buchhaltungsprogramme einlesen. 4invoices erstellt Rechnungen als PDF mit Archiv, erzeugt aber keine QR-Rechnung und gleicht keinen Kontoauszug ab. Das ERP-Modul dient als allgemeine Buchhaltung, in der Sie Zahlungen manuell den Belegen zuordnen können.

Wer viele kleine Zahlungen erhält, sollte mit der Bank über Sammelbuchungen und Avise sprechen. Bei Auslandszahlungen kommt es vor, dass der Zahlende Spesen abzieht und der Eingang geringer ausfällt als die Rechnung. Vermerken Sie solche Differenzen in der Buchhaltung, damit offene Posten sauber geschlossen werden können.

Eine monatliche Liste der offenen Posten, nach Alter sortiert, zeigt sofort, welche Kunden Aufmerksamkeit brauchen, und dient dem Treuhänder als Grundlage für Rückstellungen.

Mahnwesen und Liquidität im Griff behalten

Verspätete Zahlungen belasten besonders kleine Gesellschaften. Legen Sie Zahlungsziele in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und auf der Rechnung fest und senden Sie freundliche Erinnerungen, bevor eine Mahnung folgt. Wer systematisch erinnert, erhält Geld meist schneller, ohne die Kundenbeziehung zu belasten.

Aus Ihrem 4notify-Konto können Sie selbst verfasste Erinnerungen per E-Mail oder SMS versenden. Ein automatisches Mahnwesen gibt es nicht, und die Software entscheidet nicht, wann ein Zahlungsverzug eintritt. Rechtliche Schritte wie Betreibung oder Klage führen Sie über Anwalt oder Gericht. Notieren Sie die Zahlungsziele in Ihrem CRM, damit Nachfassaktionen nicht vergessen werden.

Für die Liquidität lohnt sich ein einfacher Wochenplan: erwartete Eingänge, fällige Ausgänge, offene Steuern und Löhne. Wenn Sie in Euro fakturieren, aber Löhne in Franken zahlen, berücksichtigen Sie Kursschwankungen. Eine Reserve in beiden Währungen schützt vor Engpässen.

Sicherheit und Zusammenarbeit mit der Bank

Sichern Sie das E-Banking mit zweiter Authentifizierung und legen Sie fest, wer Zahlungen erfassen und wer freigeben darf. Das Vier-Augen-Prinzip schützt vor Fehlern und Betrug, insbesondere vor gefälschten Rechnungen und angeblichen Änderungen von Bankverbindungen. Prüfen Sie jede Änderung einer IBAN über einen zweiten Kanal, etwa per Telefon.

Informieren Sie die Bank frühzeitig über Änderungen bei Eigentümern, Vertretung oder Geschäftstätigkeit. Aus Sicht der Sorgfaltspflichten sind solche Änderungen meldepflichtig, und Banken fragen regelmässig nach aktualisierten Angaben. Wer Fragen zügig beantwortet, behält ein gutes Verhältnis zum Institut und vermeidet Kontosperren.

Dokumentieren Sie Verträge und Rechnungen so, dass Sie Zahlungsflüsse jederzeit erklären können. Bei grösseren oder ungewöhnlichen Zahlungen stellt die Bank Rückfragen, und eine saubere Ablage mit Rechnung, Vertrag und Lieferbeleg beschleunigt die Freigabe erheblich. Das PDF-Archiv von 4invoices kann dafür ein Baustein sein.

Prüfen Sie Zugangsdaten, Token und Berechtigungen mindestens einmal jährlich und entfernen Sie ausgeschiedene Mitarbeiter sofort aus dem E-Banking.

Kontomodelle und Gebühren vergleichen

Banken im Fürstentum bieten unterschiedliche Kontopakete für Firmenkunden an. Vergleichen Sie Kontoführungsgebühr, Preis pro Buchung, Kosten für Auslandszahlungen, Gebühren für QR-Einzahlungsscheine und Kartenmodelle. Für ein Unternehmen mit wenigen Zahlungen kann ein einfaches Konto genügen, bei vielen Eingängen lohnt sich ein Modell mit Pauschalen.

Fragen Sie auch nach digitalen Zusatzdiensten, etwa eBill, Zahlungsfreigaben mit zwei Personen oder Schnittstellen für Buchhaltungsprogramme. Ob und wie weit diese Funktionen mit Ihrem Rechnungsprozess zusammenspielen, sollten Sie vor der Kontoeröffnung klären, nicht erst, wenn die Rechnungen bereits verschickt wurden.

Vergessen Sie nicht die Kosten der Währungsumrechnung: Der Aufschlag auf den Devisenkurs ist oft höher als jede Kontoführungsgebühr. Wer regelmässig Euro und Franken tauscht, sollte mit der Bank über Konditionen verhandeln oder den Zahlungsverkehr so strukturieren, dass Währungswechsel selten sind.

01
Hürde

Zahlungseingänge werden manuell den offenen Rechnungen zugeordnet, fehleranfällig und zeitraubend.

Abfertigung

Die QR-Referenz stellt Ihre Bank aus. 4invoices erstellt PDF-Rechnungen mit Archiv; es erzeugt keine QR-Rechnung und gleicht keinen Kontoauszug ab.

02
Hürde

Mahnläufe passieren unregelmässig, die Liquidität leidet.

Abfertigung

Sie können selbst verfasste Zahlungserinnerungen per E-Mail oder SMS aus Ihrem 4notify-Konto versenden; ein automatisches Mahnwesen gibt es nicht.

03
Hürde

Die Bank fragt bei der Kontoeröffnung nach Unterlagen, die verstreut liegen.

Abfertigung

Sammeln Sie Auszug, Statuten und Ausweise in einer Mappe; PDF-Rechnungen und Verträge bleiben im Archiv auffindbar.

Wo kann ich ein Firmenkonto in Liechtenstein eröffnen?

Bei einer Bank im Fürstentum oder bei einem Schweizer Institut, das Firmenkunden in Liechtenstein aufnimmt. Verlangt werden Handelsregisterauszug, Statuten, Ausweise und Angaben zu den wirtschaftlich Berechtigten. Jede Bank entscheidet nach eigenen Kriterien, daher lohnt es sich, mehrere Institute zu vergleichen und frühzeitig anzufragen. Auch die Gebühren sind je nach Bank unterschiedlich hoch.

Welche Währungen sind üblich?

Üblich sind Konten in Schweizer Franken und Euro. Der Euro läuft im SEPA-Raum günstig, der Franken ist gesetzliches Zahlungsmittel. Viele Unternehmen halten beide Konten und weisen beide IBAN auf der Rechnung aus. Für andere Währungen fragen Sie die Bank nach Spesen und Wechselkursen. Das spart Spesen und Rückfragen. Vergleichen Sie vorab die Konditionen.

Kann ich QR-Rechnungen mit 4invoices erstellen?

Nein. 4invoices erstellt Rechnungen als PDF und archiviert sie, erzeugt aber keine QR-Rechnung nach Schweizer Standard. Die QR-IBAN und die Referenz stellt Ihre Bank aus; wie Sie den Zahlungsteil in Ihr Dokument bringen, klären Sie mit der Bank oder Ihrem Treuhänder. Fragen Sie hierzu Ihre Bank nach der Umsetzung. Für beides sind Bank und Treuhänder die richtigen Ansprechpartner.

Gibt es einen automatischen Kontoabgleich?

Im Ökosystem nicht. Weder 4invoices noch das ERP-Modul lesen Bankdaten direkt ein, und es besteht keine Verbindung zu Banken oder Behörden. Sie ordnen Zahlungen manuell den Rechnungen zu oder importieren Auszüge über die Werkzeuge Ihres Treuhänders. Prüfen Sie ausserdem die Datensicherheit und den Datenschutz. Dafür bleibt ein manueller Schritt notwendig.

Gründung

Firmenkonto und Rechnungen

Informationsseite: PDF-Rechnungen und selbst geschriebene Erinnerungen per E-Mail/SMS; kein QR-Rechnungs- oder Bankabgleich.